Henning Basse gehört zu den besten und erfolgreichsten deutschen Sängern im Rock- und Metal-Bereich. Als Frontmann von Brainstorm tourte er in ganz Europa, mit seiner aktuellen Band Metalium war er bereits mehrfach innerhalb und außerhalb von Deutschland auf Tournee. Dabei wurde ihm das Singen schon als Kind zur echten Leidenschaft. Bereits im zarten Alter von sechs Jahren begann er auf Anraten seiner Mutter im Kinderchor von Lüneburg, blieb dort vier Jahre und hatten in dieser Zeit zahlreiche Auftritte in verschiedenen Kirchen. Es folgten zwei Jahre als Gospelsänger, während dieser Zeit konnte er als notorischer Zappelphilipp sein impulsives Temperament nur mühsam zügeln. Tatsache war aber dennoch: Henning Basse hatte sein Instrument (nämlich seine Stimme) gefunden! Deshalb genoss er anschließend eine fundierte Gesangsausbildung bei einem Theaterlehrer, der ihm in einer umfassenden dreijährigen Ausbildung alle notwendigen Grundlagen des klassischen Gesangs beibrachte. Allerdings: So richtig glücklich war Basse auch in diesem Bereich nicht, suchte er doch nach seiner ganz eigenen Persönlichkeit als Sänger. Er setzte sich mit den unterschiedlichsten Musik-Stilistiken auseinander und erhielt deshalb in der Schule den Spitznamen „das wandelnde Musiklexikon.“ Zudem bekam er von seinem Stiefvater viele Metal- und Hardrock-CDs, unter anderem Scheiben von Accept, Black Sabbath, Iron Maiden, Queen, AC/DC oder Judas Priest. Basse erinnert sich: „Als ich zum ersten Mal das Intro-Riff von Accept: ´Fast As A Shark` hörte, stand ich nur noch mit weit aufgerissenem Mund da. Mir wurde sofort klar, in welche Richtung ich mich zukünftig entwickeln wollte.“ Bei einigen seiner Mitschüler galt Basse zwar anfangs eher als Tagträumer, der seine Vision einer eigenen CD-Produktion sowieso niemals realisieren können würde. Doch der ehrgeizige Sänger lernte noch in der Schule Gleichgesinnte kennen, die ebenso wie er Musik machen und eigene Songs schreiben wollten. So entstand mit Mitschülern Basses erste ernsthafte Gruppe Bad Obsession, deren Programm zu 50% aus Coversongs (vor allem Guns N`Roses und AC/DC) bestand. Auch die ersten Songs, die von den Bandmitgliedern selbst geschrieben wurden, gingen in eine ähnliche stilistische Richtung. Geprobt wurde zunächst beim damaligen Gitarristen, genauer gesagt: im Wohnzimmer seiner Eltern. Allerdings beendete ein unmissverständlicher „Besuch“ der Polizei dieses Unterfangen. Neuen Unterschlupf fand die Gruppe in Lüneburg bei „1000 Steine“, einem Projekt, das Proberäume und Equipment kostenlos zur Verfügung stellt. „Als Gegenleistung sollten wir bei deren Festivals spielen, die unter dem Motto ´Rock statt Drogen` angekündigt waren“, erinnert sich Basse. „Wir selbst hielten uns allerdings nicht allzu lange daran, so dass man uns schnell mit einer Flasche Bier im Backstage-Bereich erwischte.“ An den Aktivitäten der Gruppe änderte dieser kleine Zwischenfall indes nichts. Bad Obsession gaben diverse Konzerte innerhalb und außerhalb von Lüneburg und produzierten mit dem Geld der ersten Gagen eigene Demoaufnahmen. Die Band spielte häufig in kleinen Kneipen und lernte so im Laufe der Zeit viele Kollegen aus anderen Rockgruppen kennen. Das wiederum führte unausweichlich zu einem zunehmend größer werdenden Interesse an Henning Basse, dessen riesiges Talent schon sehr früh unüberhörbar war. „Eines Abends drückte mir der Bassist einer Band namens Bourbon Street deren Demo in die Hand und fragte, ob ich mal bei einer Probe vorbeischauen könnte.“ Obwohl die Bandmitglieder deutlich älter als die von Bad Obsession aussahen, willigte Basse ein und ging zu einer außerordentlich erfolgreichen audition: „Nachdem ich vorgesungen hatte, waren sich alle einig, dass es richtig rockt. Auch ich fand alles ungeheuer beeindruckend: die Backline, die Professionalität der Musiker. Also entschied ich mich, bei Bourbon Street einzusteigen.“ Schnell wurden Bourbon Street zu den local heroes der Stadt und spielten regelmäßige auf Stadtfesten, in Kneipen und Clubs. Auch ein neues Demo und eine CD entstanden in jener Phase und avancierten zu Geheimtipps der norddeutschen Rockmusik-Szene. Mit Hilfe eines neuen Managements bekamen Bourbon Street die Möglichkeit, nicht nur außerhalb der Stadtgrenzen zu spielen, sondern sogar eine erste Deutschlandtournee zu absolvieren. Die Gruppe präsentierte sich als homogene Einheit, die auch nach den Konzerten keine Party ausließ. Beim ersten Konzert der Gruppe in Hamburg lernte Basse die Mitglieder der 1993 gegründeten Iron Maiden Tribute-Band kennen. Zwar entwickelten sich auch Bourbon Street kontinuierlich weiter, die Band musste allerdings einige Besetzungswechsel verkraften, so dass sich Basse auf die Suche nach einer konstanteren Band machte. Fündig wurde er bei der Formation Errantry (www.mp3.de/musik/genre/band/080000/606641), die traditionellen German Metal spielte. Gleichzeitig fing er an, anderen Gruppen beim Songwriting zu helfen und für sie im Studio Chorgesänge zu übernehmen. Der talentierte Sänger merkte, dass er seine Grenzen noch lange nicht erreicht hatte, weder stimmlich noch hinsichtlich seiner Popularität. „Alles hatte sich so gut entwickelt, aber ich wollte nicht stehen bleiben und unbedingt aus Lüneburg raus“, bekennt er. Die Hamburger Szene war geradezu perfekt für ihn, um Kontakte zu knüpfen und sich neu zu orientieren. Als Basse mit seiner Iron Maiden Tribute-Band zum ersten Mal in der Hansestadt spielten, lernte er Musikerkollegen kennen, die sehr wichtig für ihn wurden, menschlich wie musikalisch. Basse testete nahezu 30 Bands und traf dabei auch auf Henjo Richter, den er später als Gitarrist bei Gamma Ray vorschlug. Richter und Basse komponierten gemeinsam einige Titel, die ursprünglich für ein gemeinsames Projekt gedacht waren, anschließend jedoch bei Gamma Ray landeten (´Guardians of Mankind`, ´Winged Horse`). Nach dem Besuch bei einer Band, die Wand an Wand mit Gamma Ray probte, entwickelte sich ein enger Kontakt zu Kai Hansen (Sänger und Leadgitarrist von Gamma Ray), der ihn prompt zu einer Jam-Session einlud. „Kai hatte nach dem Ausstieg von Ralf Scheepers gerade das aktuelle Album eingesungen. Ihm gefielen die Aufnahmen, zumal er die Situation als Sänger und Gitarrist aus seiner Zeit bei Helloween kannte. Aber irgendwas faszinierte ihn an meinem Gesangsstil. Deshalb wollte er unbedingt einen Eindruck davon bekommen, wie das Material mit meiner Stimme klingen würde. Während er auf Promotion-Reise in Japan war, investierte ich im Studio meine ganze Leidenschaft für diese Musik und sang das Material noch einmal neu ein.“ Hansen war anschließend total begeistert vom Ergebnis, musste aber leider von einem festen Engagement Basses bei Gamma Ray Abstand nehmen, weil in Japan, immerhin einer der wichtigsten Märkte der Band, die Fans darauf bestanden, dass Hansen wie zu früheren Helloween-Tagen den Gesang weiterhin selbst übernimmt. Dennoch war auch dieses eine wichtige und lehrreiche Erfahrung für Basse, der sich anschließend neben Errantry und seiner Iron Maiden Tribute-Band einem weiteren Projekt anschloss: Catch The Rainbow, eine Tribute-Band im Geiste von Richie Blackmore`s Rainbow. Das Line Up konnte sich wahrhaft sehen lassen können: Henjo Richter, Gitarre (Gamma Ray) Ulli Kusch, Drums (Ex- Helloween,  Masterplan), Jens Becker, Bass (Grave Digger), Axel Mackenroth, Keyboards (Masterplan). Catch The Rainbow spielten nicht nur grandiose Gigs in Deutschland und im Ausland, sondern veröffentlichten auch ein Album mit Rainbow-Coverversionen, das zunächst in Japan und anschließend in ganz Europa veröffentlicht wurde. Übrigens: Neben Basse waren mit Andi Deris (Helloween) und Ralf Scheepers (Primal Fear) zwei weitere deutsche Ausnahmesänger auf diesem Album zu finden. Dann folgte Basses Engagement bei Brainstorm, einer der wichtigsten und erfolgreichsten deutschen Metal-Bands. Der Kontakt kam über Gamma Ray-Bassist Dirk Schlächter zustande, der das aktuelle Brainstorm-Album produziert hatte und den Lüneburger Sänger vorschlug, um Brainstorms bandinterne Probleme zu lösen. Basse: „Die Gruppe hatte persönliche Schwierigkeiten mit ihrem damaligem Sänger. Zudem war eine europaweite Tournee im Vorprogramm von Iced Earth geplant. Also sprang ich als Ersatz ein und sang die komplette Tour. Die Shows inklusive einiger Zusatz-Gigs in Griechenland waren für die Band ein voller Erfolg.“ Dennoch vernachlässigte Basse weder Catch The Rainbow noch seine beiden anderen Formationen Errantry beziehungsweise die Iron Maiden Tribute-Band und spielte mit ihnen zahlreiche Konzerte. Kurz zuvor hatte er Lars Ratz kennen gelernt, der nicht nur zu Zed Yago und Velvet Viper gehörte, sondern eine eigene Booking-Agentur in Hamburg leitete. Ratz erkannte augenblicklich das sagenhafte Talent Basses und begann sofort, eine Band um ihn herum zu formieren. „Eines Tages rief Lars mich an und erklärte: ´Rate mal, wen ich im Boot habe? Chris Caffery von Savatage und Mike Terrana von Yngwie Malmsteen.“ Basse war natürlich hin- und her gerissen: Auf der einen Seite stand das lukrative Angebot von Brainstorm, auch nach der Tour festes Bandmitglied zu bleiben, andererseits war die Perspektive mit einer eigenen Band in Hamburg und so namhaften Mitmusikern wie Caffery und Terrana natürlich außerordentlich reizvoll. Basse entschied sich für Ratz und für Hamburg. Er gibt unumwunden zu: „Vermutlich wäre es kein Problem gewesen, in beiden Bands zu singen, doch die große geographische Entfernung zu den in Süddeutschland beheimateten Brainstorm spielte sicherlich auch eine Rolle.“ Metalium wurde geboren! Basse stieg bei Brainstorm und Errantry aus und widmete sich mit vollem Ehrgeiz seiner neuen Band. Metalium ergatterten ohne Probleme einen gut dotierten Plattenvertrag und veröffentlichten mit ihrem ersten Album das erfolgreichste Metal-Debüt des Jahres 1999. Zudem wurde Basse von Götz Kühnemund, dem Chefredakteur des Metal-Magazins ´Rock Hard`, zum besten Rocksänger des Landes gewählt. Die Gruppe war aus dem Stand in aller Munde, tourte in ganz Europa und sorgte ebenso in Übersee für Furore (siehe auch www.metalium.de). Zudem flog Chris Caffery mit dem Endmix der CD zurück nach New York und spielte sie dem Erfolgsproduzenten Paul O` Neil vor. Der lud Basse prompt zu einer audition für sein außerordentlich erfolgreiches Rock-Musical Trans-Siberian Orchestra ein. Basse hinterließ einen tiefen Eindruck bei O´Neil. „Bis heute bin ich mit den Jungs in New York in engem Kontakt, so dass eine Zusammenarbeit jederzeit kurzfristig möglich ist.“ Auch bei Savatage stand Basse unmittelbar vor einer Verpflichtung. Nur drei Sänger wurden als Nachfolger von Zachary Stevens getestet, einer davon war Henning Basse. Zwar entschieden sich Savatage aus organisatorischen Gründen letztendlich für einen Amerikaner, äußerten aber ihre große Begeisterung für das Gesangstalent des Norddeutschen. In den zurückliegenden sieben Jahren haben sich Metalium zu einer festen Größe in der europäischen Musikszene etabliert. Bis heute wurden sechs CDs und zwei DVDs produziert, die weltweit für riesige Aufmerksamkeit sorgten (www.metalium.de). Basse selbst arbeitet seit mehr als sechs Jahren als Gesangslehrer. „Was liegt näher, als in meinem Bereich zu bleiben und meinen eigentlichen Beruf an Andere weiterzuvermitteln“, sagt er. Er selbst eignete sich sein Grundwissen sowohl autodidaktisch als auch durch gezielte Ausbildungen an verschiedenen Schulen, Seminaren, usw. an. Seit 2002 singt er zudem in der Coverband Fahrenheit, zu deren Repertoire verschiedene Stilistiken wie etwa Pop, Soul, Funk und Rock gehören. Die Band tritt in unterschiedlichen Besetzungen auf, entweder als Duo, Quartett oder als Bigband.